Sehen und Lernen

Das Sehen bei Kindern

Versuchen Sie doch einfach einmal den folgenden Text (ohne viel Nachdenken) laut vorzulesen:

Luat enier Sduite enier Elingshcen Unvirestiät ist es egal, in wlehcer Rienhelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid.Der Rset knan ttolaer Usinnn sien und Sie knönen es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dseahlb, wiel wir nchit jnden Bcuhnstbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs.


Wenn Sie diesen Text nicht flüssig lesen können, haben Sie keinen normalen Leseprozess.


Um diesen Text normal lesen zu können, müssen wir Wörter als „ganze“ Wörter sehen. Dafür reicht es aus, wenn wir den ersten und letzten Buchstaben erkennen.

Unser Gehirn liefert dann ein Bild, welches genau zum Wort passt, und wir können das Wort lesen, obwohl die Buchstaben in falscher Reihenfolge stehen.

Sind die Erkennungsfelder zu klein, müssen mehrere „Blicksprünge“ gemacht werden, um ein Wort zu erkennen und damit zu lesen. Werden die Wörter nicht als „Ganzes“ gesehen, können sie nicht optimal als wiedererkennbares und abrufbares Bild abgespeichert werden.

Ein Beispiel:

Für den folgenden Text machen die Augen eines guten Lesers im Normalfall ca. 45 Blicksprünge, die eines schlechten Lesers machen hingegen bis zu 500 oder mehr Fixationen für je 100 zu lesende Wörter. In diesem Beispiel sind es ca. 220 Blicksprünge für 100 zu lesende Wörter!

 
 

Erwachsene und gute Leser machen damit deutlich weniger Blicksprünge als insgesamt Wörter gelesen werden, da der „Erkennungsbereich“  bei ihnen so groß ist, daß gleichzeitig mehrere ganze Wörter hineinpassen und erkannt werden.  Hier sind es z.B. bei einem guten Leser nur 5 Sprünge für 10 Wörter.

 
 

Schlechte Leser, machen deutlich mehr Blicksprünge beim Lesen für ein Wort. Der „Erkennungsbereich“ ist bei ihnen viel zu klein und es paßt kein ganzes Wort mehr hinein!

So müssen sehr viele Blicksprünge und Fixationen für jedes  einzelne Wort gemacht werden.

 
 

Die grafische Darstellung der Blicksprünge (oben) und der Auszug aus dieser Leseanalyse (unten) zeigt die hohe Anzahl der Blicksprünge/Fixationen auf 100 Wörter. Die Analyse zeigt ebenfalls die lange Verweildauer (Fixationsdauer) und die daraus resultierende Leserate eines schlechten Lesers. Dies ist kein Extrembeispiel, sondern sehr häufig anzutreffen! Auch bei Erwachsenen!  Der STRESS, der aus einem solchen Lese-Sehverhalten entsteht ist sehr groß. In diesem Beispiel ist die Anstrengung für einen Fünftklässler 5mal so hoch wie sie altersgerecht wäre.

 
 
Viele Beschwerden, wie sie auf den vorherigen Seiten beschrieben sind, können hier ihre Ursache haben.
In meiner visuellen Leistungsanalyse kommen genau dieses computergestützen Leseanalyseverfahren und viele weitere technisch unterstütze Verfahren zum Einsatz um die Ursache für solch ein Leseverhalten zu ergründen. Denn nur dann ist es möglich den visuellen Entwicklungsprozeß gezielt so zu verbessern das auch der gesamte Lernprozeß wesentlich stressfreier ablaufen kann.

Wer etwas mehr über die Sehentwicklung bei Kindern lesen möchte, geht bitte weiter auf die Seite Sehentwicklung bei Kindern"